5 Tipps für das perfekte Autoreninterview

5 Tipps für das perfekte Autoreninterview

Wie man Autoren und Leser begeistert

„Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?“ Seit meinem Debütroman Anfang des Jahres habe ich schon erstaunlich viele Interviews gegeben. So viele, dass es einige Fragen gibt, bei denen ich ernsthaft über Textbausteine nachdenke, die ich statt einer Antwort einsetzen kann. Wie bei vielen anderen Autoren ist die kurze Antwort auf die Schreibfrage nämlich: „Ich habe schon immer geschrieben.“ Lesen will das wiederum keiner. Schon gar nicht, wenn das auch die fünfzehn anderen vorgestellten Autoren auf die ein oder andere Art bereits geantwortet haben.

Und da liegt auch schon der Knackpunkt. Interviews sollen ja schließlich gelesen werden und nicht nur Blogger und Autor als Beschäftigungstherapie dienen. Und hin und wieder gibt es sie auch: die Interviews, die mich einfach umhauen, weil die Fragen ganz andere sind. Weil ich das Gefühl habe, dass da auf der anderen Seite wirklich jemand sitzt, der mehr über mich und meine Bücher wissen will, statt mir nur eine Plattform zur Selbstdarstellung zu geben. Was auch eine schöne Sache ist, aber womöglich weniger bringt, als man meinen möchte. Wie man stattdessen gute und spannende Interviews führt, die den Autoren Spaß machen und Leser gespannt bis zum Ende lesen lassen, möchte ich euch mit diesen fünf Tipps zeigen.

Weg mit den Standardfragen in Autoreninterviews1. Weg mit den Standardfragen

Natürlich ist es einfach, sich einen Fragenkatalog zusammenzustellen, den man dann einfach nur ausschicken muss, wenn es soweit ist, aber Standardfragen sind langweilig. Wirklich. Statt interessante Fakten herauszukitzeln und vielleicht was Überraschendes zu erfahren, überlasst ihr damit den Autoren die ganze Arbeit. Denn weil sie nicht zum fünften Mal die gleiche Antwort geben wollen, müssen sie sich jedes Mal etwas anderes einfallen lassen, damit sie dem Leser einen Mehrwert bieten und bei der Beantwortung nicht einschlafen.

Beispiele dafür sind das gefürchtete „Wie bist du zum Schreiben gekommen?“, „Woher bekommst du deine Ideen?“ oder „Wo schreibst du?“. Klar, gibt es auch Autoren, die zufällig eine total spannende Antwort darauf haben, weil sie erst zu schreiben anfingen, als sie zum zehnten Mal ein Klischee in ihrem Lieblingsgenre gelesen haben und es besser machen wollten, oder weil sie immer nur an einem total romantischen See bei Mondschein schreiben. Aber meistens gilt Folgendes: Auf Standardfragen folgen Standardantworten.

Dabei ist es so einfach, schon mit etwas Aufwand aus diesen Standardfragen mehr zu machen.

Schummeltipp: Ihr könnt so eine Standardfrage gerne als Aufhänger gestalten oder zwischendurch mal einfließen lassen. Womöglich hat der Autor ja eine ganz spezielle Antwort. Wenn nicht, darf man Fragen auch wieder rausnehmen.

Recherche ist alles, auch für Autoreninterviews

2. Recherche ist alles

Ja, ich weiß, wir haben alle keine Zeit, aber als Blogger will man von den Autoren ja auch mit einer persönlichen Note angeschrieben werden. Und genauso ist es auch anders rum. Also informiere dich vor dem Interview über den Autor – wir haben fast alle irgendwo eine Autorenbiographie rumschwirren – und lies sein Buch oder finde zumindest so viel wie möglich darüber hinaus.

Nicht nur kannst du mit diesem Wissen aus den Standardfragen spezifische Fragen machen – z.B. „Wie bist du auf die Idee zu dem und dem Plotelement gekommen?“ – dir werden wahrscheinlich so viele Fragen wie noch nie einfallen. Zum Beispiel wurde ich mal gefragt, wie ich, weil bei „Tanz der Feuerblüten“ der Konflikt zwischen Zivilisation und Natur eine Rolle spielt, selbst zum Umweltschutz stehe. Tolle Frage. Da kann ich eine ganze Menge drauf antworten und werde ich sicher nicht bei „Im Bann der zertanzten Schuhe“ gefragt.

Nicht nur, freut sich der Autor darüber, dass jemand das Buch so aufmerksam gelesen hat, auch ihr und der Leser erfahrt viel mehr über den Autor (und sein Werk) und darum geht es ja schließlich: den Autor kennenzulernen.

Schummeltipp: Wenn ihr mal nicht wisst, was ihr einen Autor fragen sollt, lasst euch vom Autor selbst ein paar Themenvorschläge reichen. Vielleicht gibt es ja etwas, worüber er oder sie schon immer mal schreiben wollte, aber nie gefragt wurde.

Miteinander stand plumper Fragenkatalog

3. Miteinander statt plumper Fragenkatalog

Ein richtig gutes Interview ist eines, das auf die Antworten auch eingeht. Deshalb finden Interviews für Zeitungen und Magazine immer als persönliches Gespräch oder wenigstens am Telefon statt. Um die wirklich interessanten Details, die euer Interview von den bisherigen und zukünftigen Interviews mit dem Autor unterscheidet, zum Vorschein zu bringen, gibt es nicht die eine richtige Frage. Aber es gibt immer die eine richtige Nachfrage!

Damit die Antwort nicht zu lang wird und man beim Thema bleibt, deuten Autoren viele Aspekte oder komplexere Themen nur an.  Jetzt seid ihr gefragt, denn genau in diesen angeschnittenen Themenkomplexen steckt die eigentliche Goldgrube für euer Interview. Also fragt danach, macht euch Gedanken und traut euch auch mal Schlüsse zu ziehen oder Thesen aufzustellen und diese dem Autor vorzuhalten. Der Vorteil daran ist, dass sich solch ein Interview auch für den Leser viel besser liest, wie ein natürliches Gespräch eben statt dem nächsten Auszug aus dem Poesiealbum.

Da Autoren und Blogger selten die Gelegenheit haben, sich zu einem Kaffee zusammenzusetzen oder vielleicht wie ich an der Telefonphobie leiden, kann man übrigens auch chatten. Das ist nicht ganz so gut wie das Original, weil der Autor hier die Gelegenheit hat, drölfzigmal seine Antwort umzuschreiben, statt spontan zu antworten, aber alles in allem ist es die beste Alternative.

Schummeltipp: Was sich übrigens auch bewährt hat, ist ein persönlicher Fragenkatalog (siehe Recherche), der dann aber ein paar Mal hin und her geht, weil man Fragen anpasst, andere einschiebt und so ein bisschen mehr aufeinander eingeht.

Habt Spaß beim Autoreninterview4. Habt Spaß!

Ich glaube, das kann man gar nicht genug sagen. Wenn ihr die obigen Tipps beherzigt, werdet ihr wahrscheinlich schon am Interviewprozess generell deutlich mehr Spaß haben, als wenn es nur darum geht, die Antworten des Autors und eure Fragen in die Webseite einzupflegen. Aber natürlich kann man das Ganze auch hin und wieder mal auflockern, zum Beispiel, indem man den Autor mit alternativen Fragen aus seiner Comfort Zone lockt. Z.B.  „Mit welcher Farbe der Autor seine Bücher beschreiben würde.“

Eine schöne Abwechslung für zwischendurch kann auch ein Flash-Interview mit knackigen Entweder-Oder-Fragen sein. Allerdings laufen diese Art Interview oft Gefahr, dass man eigentlich nicht wirklich etwas über Autor und Buch erfährt. Oder habt ihr schon mal ruhiger schlafen können, weil ihr jetzt wisst, dass der Autor lieber Gänseblümchen statt Rosen mag?

Auch kreative Ansätze können zu wirklich interessanten Interviews führen. Zum Beispiel lädt Elea Brandt die Figuren anderer Geschichten auf ihre virtuelle Couch ein und interviewt diese sehr eingehend zu ihrem Seelenleben. Das macht natürlich neugierig auf das Buch und gibt dem Autor Gelegenheit, sich noch mal ganz intensiv mit seiner Figur zu beschäftigen. Vielleicht nehmt ihr aber auch die Rolle des Protagonisten an und fragt den Autor, was zur Hölle er sich dabei gedacht hat. Wie ihr seht, Möglichkeiten gibt es viele.

Schummeltipp: Schaut doch mal bei anderen, welche Formate ihr witzig und cool fandet und nutzt diese als Inspiration.

Auch beim Autoreninterview mal über den Tellerrand schauen!5. Über den Tellerrand schauen

Autoren rät man gerne, dass sie neben dem Schreiben auch viel lesen sollen, besonders in ihrem Genre, um zu sehen, was kommt gut an, was existiert überhaupt und wo kann man vielleicht seine eigene Nische finden. Ich bin der Meinung, das Gleiche kann man auch auf Interviews anwenden. Mein letzter Tipp ist also, die Interviews anderer Blogger oder Autoren zu lesen und zu überlegen, warum euch ein bestimmtes Interview eigentlich gefallen hat. Warum hattet ihr Spaß am Lesen? Oder auch, warum habt ihr weitergeklickt?

Und damit das Ganze nicht so trocken ist, hier ein paar Beispiele von Interviews, die mir besonders gut gefallen haben. Da wäre zum Beispiel Darkstars Fantasy News Interview mit Kendara Blake, in dem man gleich von der ersten Frage an merkt, der Interviewer kennt das Buch, er hat sich mit der Autorin beschäftigt und er baut auch eine Verbindung zwischen sich und der Autorin auf.

Ähnlich macht es Mona Seiffert zum Beispiel im Interview mit Alana Falk. Zwar fängt sie mit einer Standardfrage zum Warmwerden an, dann jedoch beweist sie, wie tiefgehend sie sich mit Buch und Person beschäftigt hat. Das Schöne bei ihren Interviews ist, dass sie ihre Interviews thematisch aufbaut, indem sie sich im Voraus einen besonderen Aspekt der Autorin heraussucht, wie in diesem Fall Alanas Pseudonyme.

Oben schon erwähnt, führt Elea Brandt keine Interviews mit den Autoren, sondern mit den Charakteren wie hier mit Azzael aus Höllisches Intermezzo von Bo Leander. Damit gelingt es ihr, ganz nah an die Figuren heranzukommen und ihnen sogar das ein oder andere Geheimnis zu entlocken. Das Spannende ist, dass sie das Interview aufgrund ihrer Ausbildung mit Fakten zu den psychologischen Eigenheiten der Figuren unterlegt. So lernt man gleich noch etwas.

Zum Schluss ein Interview mit meiner Wenigkeit bei Leserkanone.de, das ich hier reinnehmen will, weil es mich wirklich überrascht hat, denn ich hatte um das Interview gebeten, nicht anders herum. Umso erstaunter war ich dann, als ich die Fragen zurückerhielt, welche zeigten, dass sich die Interviewerin vorher intensiv mit meiner Webseite und meinen Büchern auseinander gesetzt hat. Da wurden Sachen gefragt, auf die mich noch nie jemand angesprochen hat und Verbindungen gezogen, die mich echt ins Grübeln gebracht haben.

Schummeltipp: Fragt mal in Gruppen oder eure Follower, welche Interviews sie besonders gut fanden.

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch ein paar Tipps und Tricks geben, wie ihr aufregende und spannende Autoreninterviews führt. Jetzt würde ich gerne wissen, welche Art Interview ihr gerne lest und welche Interviews euch am meisten begeistert haben. Schickt mir gerne eure Links in den Kommentaren.

Eure Janna

Disclaimer: Dieser Beitrag beruht gänzlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und Empfindungen bezüglich der bisher mit mir geführten Interviews, sowie Hinweisen aus der Zeitungsbranche aus dem Bürgerjournalismus-Seminar des Futuriums letzten November.

Die Märchenrallye im Märchensommer

Die Märchenrallye im Märchensommer

Achtung! Gewinnspiel beendet.

Geschafft! Ihr habt soeben das Ende der großen Märchenrallye erreicht. Hier gibt es euren letzten Buchstaben und das Eingabeformular für eure Lösungswörter (siehe unten). Falls ihr nicht wisst, was es mit der Märchenrallye auf sich hat: Schaut mal auf der Seite der Märchenspinnerei vorbei, dort hat die ganze Aktion ihren Anfang genommen. Da findet ihr auch die Teilnahmebedingungen und alle Infos zum Gewinnspiel.

Märchenrallye Lösungsbuchstabe T

Lösungsbuchstabe T

Im Bann der zertanzten Schuhe

Soeben durftet ihr ja eine Frage zu dem Märchen der zertanzten Schuhe beantworten. Das ist natürlich das Märchen, das ich selbst im Rahmen der Märchenspinnerei adaptiert habe. Dazu hat mich der Umstand inspiriert, dass die verfluchten Prinzen in dem Originalmärchen nicht erlöst sondern erneut verflucht werden. Ziemlich unfair oder nicht?

Darüber habe ich auf jeden Fall lange nachgedacht und da überfielen mich auch schon Sophie, die Prinzessin des Stücks, und Jonas, der ehemalige Soldat. Zwölf Prinzessinnen sind es nicht geworden, aber die zwölf Prinzen sind intakt und Sophie nimmt die Aufgabe auf sich, die Jungs zu befreien. Dass sie dabei ihr eigenes Leben vernachlässigt, kommt ihr anfangs ganz recht und entwickelt sich schließlich zu einer Katastrophe. Jonas will Sophie natürlich helfen, aber er kämpft selbst mit den Dämonen seiner Vergangenheit, hat er doch ein Kriegstrauma erlitten. Das Trio komplett macht Luca, der verfluchte und doch so charmante und gutaussehende Prinz, mit dem Sophie jede Nacht tanzen geht.

Kapitel 4: Pas de Trois

Kapitelillustration zu Kapitel 4: Pas de Trois.

Meine Geschichte „Im Bann der zertanzten Schuhe“ spielt übrigens in der Gegenwart. Der unterirdische Zauberwald, in dem die Prinzen hausen, befindet sich in einem unscheinbaren Nachtclub namens DeModie. Außen pfui, innen hui, denn dort steigt man tatsächlich in eine märchenhafte Zauberwelt ab. Eine, die einen fast nicht mehr gehen lässt. Seit Juni zieht das DeModie nun auch schon die Leser in seinen Bann und ist das Herzstück dieser modernen Märchenadaption. Vielleicht tanzt ja auch ihr bald mit Sophie durch die Nächte, leidet mit Jonas, wenn ihn seine Erinnerungen aus Afghanistan überkommen oder schmiegt euch an Lucas starke Brust. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen Blick hineinzuwerfen.

Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth.

Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth ist für 3.99€ (Ebook) und 12.99€ (Taschenbuch) erhältlich.

Gewinnspiel der Märchenrallye

Nun aber zum entscheidenden Teil. Ich hoffe, ihr habt eure drei Lösungsmärchen parat – wenn nicht, geht noch mal zurück und überlegt, wo ihr falsch gelaufen sein könntet. Ansonsten könnt ihr euch nun hier eintragen. (Möglicherweise muss der Adblocker ausgesetzt werden um das Formular korrekt anzuzeigen)

Das Gewinnspiel ist leider schon beendet. Neue Einsendungen sind nicht möglich.

Viel Glück!

Janna

Veröffentlichung „Im Bann der zertanzten Schuhe“

Veröffentlichung „Im Bann der zertanzten Schuhe“

Am 13. Juni war es soweit. Mein zweiter Roman „Im Bann der zertanzten Schuhe“ ist in Zusammenarbeit mit der Märchenspinnerei auf Amazon erschienen. Am 23. Juni folgte der Print und heute nun folgt das epub, so dass Ebook und Print in allen Online- und Offline Buchhandlungen erhaltbar sind. Aber fangen wir von vorne an.

Hier findet ihr Im Bann der zertanzten Schuhe und mehr

Als Kindle-Ebook und Print auf Amazon.

Als Epub-Ebook und Print auf Thalia.de, Weltbild.de, Osiandersche und vielen mehr.

Auf Nachfrage auch in eurer Buchhandlung 🙂

Der Preis für ein gedrucktes Buch beträgt €12.99. Das Ebook gibt es bereits für €3.99. Ein signiertes Buch könnt ihr übrigens direkt über mich bestellen (Email).

Klappentext

Ein verborgener Hain
Ein verfluchter Prinz
Ein Paar zertanzter Schuhe

Vor zwei Jahren ist Jonas aus dem Krieg heimgekehrt und doch scheint es, als wäre er nie zuhause angekommen. Ziellos durch die Straßen schweifend, trifft er einen alten Mann, der ihm von den Wundern des DeModie erzählt, einem verwunschenen Reich im Herzen des Nachtlebens. Unzählige Reichtümer und Schätze erwarten ihn dort, doch, was Jonas wirklich verzaubert, ist die lebensfrohe Tänzerin Sophie, die ihn mit ihrem Lachen ansteckt. Jede Nacht tanzt Sophie mit ihrem Prinzen und jede Nacht zerreißen ihre Schuhe ein klein wenig mehr, und mit ihnen das Geheimnis, welches das DeModie und seine Bewohner umgibt.

Die zertanzten Schuhe mal anders. Im Bann eines verzauberten Tanzes spinnt die Autorin Janna Ruth märchenhafte Elemente der Brüder Grimm zu einer modernen Fabel über das glitzernde Nachtleben, zerbrochene Träume und verlorene Seelen.

Junimärchen - Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth

Im Bann der zertanzten Schuhe erscheint am 13. Juni 2017. Cover-Design von Yvonne Landsiedel.

Hier geht’s zur Leseprobe.

Zur Idee

Es waren einmal zwölf Prinzessinnen, die jede Nacht in die Unterwelt hinabstiegen und mit zwölf Prinzen tanzten, um sie von einem Fluch zu befreien. Jede Nacht zertanzten sie so ihre Schuhe und ließen ihren Vater ratlos zurück. Erst einem armen Soldaten gelang es das Rätsel zu lösen und das nächtliche Tanzen nahm ein Ende. Die armen Prinzen wurden aber von Neuem verflucht. (Lesung des Originalmärchens)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir taten die Prinzen immer unheimlich leid und ich habe lange überlegt, was dieses Ende zu bedeuten hat. Aus diesen Überlegungen entstand dann meine Interpretation der zertanzten Schuhe.

Die Rolle der Prinzessinnen nahm Sophie und in Erweiterung ihre Freundinnen ein, die aber nicht lange dabei blieben. Die Prinzen wurden originalgetreu durch zwölf Brüder dargestellt, von denen Luca die Rolle als Sophies Tanzpartner einnahm. Statt einem König war Sophies Vater nur sehr reich und hatte tatsächlich mehrere Leute angestellt, um den Geheimnis auf die Spur zu kommen, bis er an Jonas geriet, den Ex-Soldaten mit der (seelischen) Wunde aus dem Krieg.

Charaktere aus Im Bann der zertanzten Schuhe

Sophie, Luca und Jonas – die drei Hauptcharaktere aus Im Bann der zertanzten Schuhe

Genau wie im Original weiß auch Jonas nichts mit seinem Leben anzufangen und so wird die Aufgabe so etwas, wie seine letzte Chance. Statt einer physischer Wunde hat er jedoch etwas anderes mitgebracht, nämlich eine posttraumatische Belastungsstörung, zu der mich die Schicksale von Humans of New York inspiriert haben. Sein Kampf mit dieser Störung und der Kampf um sein eigenes Leben bestimmt große Teile des Buches und lässt sich gut auf Sophie übertragen, die diesen Willen erst einmal entwickeln muss.

Schlussendlich sind viele Ideen in das Buch eingeflossen: Märchenanspielungen, psychische Störungen, das wilde Nachtleben, das so viele Jugendliche ausleben, all die Tanzfilme, die ich immer so gerne anschaue und schließlich auch meine Dämonen aus Zeichen der Magie.

Infohäppchen

  • Mein Lieblingscharakter ist Jonas. Sein Schicksal hat mich ganz besonders berührt und war für mich das Wichtigste, was ich in dem Roman vermitteln wollte.
  • Ganz besonders hat mir aber auch Tomas gefallen, der Jüngste der Brüder, der die anderen bedienen muss und ganz am Ende der Nahrungskette ist, aber irgendwie Sophie am ehesten ein Freund ist.
  • Lucas Name ist der einzige im Buch, der eine tiefere Bedeutung hat. Deshalb hat er auch allen Umbenennungen widerstanden.
  • Im Buch gibt es nicht nur Anspielungen auf die zertanzten Schuhe, sondern auch auf Aschenputtel, die Schöne und das Biest und Rumpelstilzchen.
  • In allen Ballettanspielungen habe ich auf eines ganz besonders verzichtet. Schwanensee, schließlich ist das sonst immer das Standardwerk.
  • Jeder Kapitelname entspricht einem Begriff aus der Ballettwelt (ebenso wie die Illustrationen), beschreibt aber auch das Kapitel an sich. Mehr dazu am Samstag auf Elchi’s World of Books and Crafts.
Kapitel 4: Pas de Trois

Kapitel 4: Pas de Trois: Sophie mit ihren zwei Männern.

  • Die Fluchgeschichte, die Luca Sophie erzählt, stammt NICHT aus dem Originalmärchen. Die Herkunft des Fluches ist unbekannt. Ob Lucas Geschichte stimmt oder nicht, weiß wohl nur er selbst.
  • Im Bann der zertanzten Schuhe verbirgt sich ein Osterei. Wer den Axolotlkönig von Sylvia Rieß gelesen hat, hat es vielleicht bemerkt.
  • Im Märchen gibt es eigentlich auch diamantene Zweige – diese habe ich schlicht vergessen und am Ende hörte sich Gold- und Silberwald einfach besser an als Gold-, Silber und Diamantzweig.
  • Die Wand der zertanzten Schuhe, eine schaurige Anordnung kaputter Schuhe, wurde von diesem Bild inspiriert. Es entstand im Sommer 2005 und am Ende des Sommers hingen acht Paare über dem Kabel.
Drei Paar Schuhe über einem Kabel

Die wahren zertanzten Schuhe oder doch eher zerwandert.

Extras zu Im Bann der zertanzten Schuhe

Auf Youtube habe ich eine kleine Lesung zu zwei Textstellen gegeben: Teil 1 und Teil 2. Und wer Lust hat, das Buch mit anderen zusammen zu lesen, der ist herzlich in unserer märchenhaften Leserunde eingeladen.

Im Moment läuft auch noch eine Blogtour mit Beiträgen auf den Feenblog. Hier findet ihr eine Auflistung.

Blogtour zu Im Bann der zertanzten Schuhe

Blogtourdaten für Im Bann der zertanzten Schuhe

Das Originalmärchen im Vergleich – auf Buchstäbliches: Blog mit Sofa

Durchtanzte Nächte – auf Bookwormdreamers

Die Geheimnisse des DeModie: Zahlen, Daten und Theorien – auf Gedankenvielfalt

Sophies Helfersyndrom – auf Cookie’s Lesewelt

PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung – auf Leseengels Buchblog

Von Ouverture bis Coda: Die Bedeutung der Kapitelnnamen – auf Elchi’s World of Books and Crafts

So, meine Lieben, mit den Schuhen wird natürlich weiter getanzt. Im Sommer erwartet euch noch der Märchensommer und auch im Rest des Jahres gibt es einige tolle Aktionen. Wenn euch das Buch gefallen hat, würde ich mich übrigens sehr über eine Rezension freuen. Bis zum nächsten Buch!

Eure Janna <3 Save

Save

Save

Save

Save

Leseprobe: Im Bann der zertanzten Schuhe

Leseprobe: Im Bann der zertanzten Schuhe

Am 13. Juni erscheint „Im Bann der zertanzten Schuhe“ (Hier geht’s zum Buch) und hier laufen die Vorbereitungen heiß. Für euch gibt es heute als Vorgeschmack schon mal eine kleine Leseprobe. Darin könnt ihr vor allem Jonas und auch ein wenig Sophie kennenlernen, es gibt die erste adaptierte Märchenszene (zwei eigentlich) und einen Vorgeschmack auf die Wunder des DeModie.

Leseprobe -Ouverture

KAPITEL 1

Ouverture

 

Schutt und Asche rieselten vom Himmel, als Jonas sich flach auf den Boden warf. Kaum dass er lag, erschütterte eine zweite Explosion die Erde. Schreie mischten sich unter das laute Heulen der Sirenen. Jonas presste die Hände auf die Ohren, aber die Schreie bohrten sich gleichzeitig mit den Glassplittern tief in seinen Kopf. Hitze wallte über ihn hinweg und brachte den Geruch von verbranntem Fleisch mit sich. Die Schreie wurden lauter, kreischten unmenschlich hoch. Er konnte ihnen nicht entgehen, verbrannte mit ihnen, während er sich gleichzeitig unter Anstrengung all seiner Kraft aus dem Schutt wühlte, den Kopf immer unten. Nur nicht auffallen. Wenn er nur weit genug weg war, hätte er eine Chance.

Zum dritten Mal wurde seine Umgebung in Stücke gerissen.

Weiterlesen

Das Junimärchen enthüllt sein Antlitz

Meine Lieben, es ist so weit! Heute darf ich euch endlich zeigen, was sich hinter dem Junimärchen versteckt. Am 13. Juni erscheint mein neues Buch, die Märchenadaption „Im Bann der zertanzten Schuhe“. Das zugrunde liegende Märchen dürfte nicht schwer zu erkennen sein. Es handelt sich um „Die zertanzten Schuhe“ von den Brüdern Grimm. Nun aber Vorhang auf für:

Junimärchen - Im Bann der zertanzten Schuhe von Janna Ruth

Im Bann der zertanzten Schuhe erscheint am 13. Juni 2017. Cover-Design von Yvonne Landsiedel.

Klappentext des Junimärchen

Ein verborgener Hain
Ein verfluchter Prinz
Ein Paar zertanzter Schuhe

Vor zwei Jahren ist Jonas aus dem Krieg heimgekehrt und doch scheint es, als wäre er nie zuhause angekommen. Ziellos durch die Straßen schweifend, trifft er einen alten Mann, der ihm von den Wundern des DeModie erzählt, einem verwunschenen Reich im Herzen des Nachtlebens. Unzählige Reichtümer und Schätze erwarten ihn dort, doch, was Jonas wirklich verzaubert, ist die lebensfrohe Tänzerin Sophie, die ihn mit ihrem Lachen ansteckt. Jede Nacht tanzt Sophie mit ihrem Prinzen und jede Nacht zerreißen ihre Schuhe ein klein wenig mehr, und mit ihnen das Geheimnis, welches das DeModie und seine Bewohner umgibt.

Die zertanzten Schuhe mal anders. Im Bann eines verzauberten Tanzes spinnt die Autorin Janna Ruth märchenhafte Elemente der Brüder Grimm zu einer modernen Fabel über das glitzernde Nachtleben, zerbrochene Träume und verlorene Seelen.

Weiterlesen

Ostergewinnspiel

Ostergewinnspiel

Hallo meine Lieben!

Der Winter ist vorbei und es wird wieder wärmer. Die Knospen springen auf und überall sieht man Blumenmeere. Der Frühling ist meine Lieblingsjahreszeit, sowohl in seiner Gestalt als auch als Motiv des Neubeginns. Natürlich spielt das Osterfest da keine geringe Rolle. Da ich nicht religiös bin, fallen zwar die Kirchentage für mich weg, aber der Ostersonntag war dennoch mein Lieblingsfeiertag. Traditionell haben wir den in der Familie immer draußen am See gefeiert mit einer bunten Ostereiersuche. So mache ich das heute noch mit meinen Jungs und nun auch mit euch.

Überall auf der Seite haben sich osterfreudige Mobse versteckt und jonglieren mit Buchstaben. Und darum geht’s. Gesucht wird der Name dieses kleinen Hasen.

Ostereiersuche - wie heißt dieser Hase.

Wie heiße ich? Mach mit bei der Ostereiersuche!

Zu gewinnen gibt es ein Osterüberraschungspaket!

Schickt mir bis zum 17.4.17 23:59Uhr den Namen dieses Hasen und hüpft in den Lostopf! (janna@janna-ruth.com)

Weiterlesen

Geologischer Weltenbau Teil 1: Die Grundlagen

Geologischer Weltenbau Teil 1: Die Grundlagen

Eigentlich wollte ich einen Bericht darüber schreiben, wie sich der Weltenbau aus Sicht einer Geologin gestaltet. Dann habe ich angefangen und schnell merkte ich, wie komplex das Ganze ist und wie viel wertvolles Wissen ich unterschlage, nur um den Text nicht so aufzublähen. Zum Weltenbau kam ich stattdessen kaum. Also habe ich beschlossen daraus eine Reihe zu machen und dabei gemeinsam mit euch eine Welt zu erschaffen. Hier sind die vorläufigen Themen:

  • Teil 1 – Die Grundlagen
  • Teil 2 – Gebirge (noch in Planung)
  • Teil 3 – Flüsse und Seen (noch in Planung)
  • Teil 4 – Klima (noch in Planung)
  • Teil 5 – Vulkane, Erdbeben und andere Katastrophen (noch in Planung)
  • Teil 6 – Gesteine (noch in Planung)

Damit das Ganze nicht zu einer langweiligen Vorlesung ausartet, wird uns Mobs begleiten, mein kleiner Wissenschaftskommunikator.  Nun aber erstmal ein paar Grundlagen und dann seid ihr dran!

Mobs, als Wissenschaftskommunikator, (c) Janna Ruth Weiterlesen

Veröffentlichung: Tanz der Feuerblüten

Veröffentlichung: Tanz der Feuerblüten

Es ist soweit. Heute erscheint mein Debütroman „Tanz der Feuerblüten“, eine fernöstliche Fantasy-Liebesgeschichte mit Geistern, Dämonen und Elementarmagie. Der Roman erscheint beim Ueberreuter Verlag innerhalb der (Ebook only) uebersinnlich Reihe. Erhältlich ist das Ebook bei Amazon.de und anderen Ebook-Händlern für 2.99€.

Tanz der Feuerblüten von Janna Ruth, Cover-Illustration © Alexander Kopainski, uebersinnlich bei Ueberreuter

Tanz der Feuerblüten von Janna Ruth, Cover-Illustration © Alexander Kopainski, uebersinnlich bei Ueberreuter

Klappentext:

Im Palast des Abendrots strebt alles nach vollkommener Schönheit: Wasser, Metall, Holz und Luft werden zu bewundernswerten Kunstwerken geformt, an denen sich die höfische Gesellschaft ergötzen kann. Als der junge Schwerttänzer Jinnan aus der Provinz den Hof betritt, fühlt er sich unbeholfen und von der komplizierten Etikette überfordert. Dann jedoch trifft er auf die bildhübsche Ayaka und lässt sich von ihrem Luftspiel verzaubern. Wider jegliche Vernunft versucht Jinnan, Ayakas Herz zu erobern – wohl wissend, dass er mit dem Feuer spielt … Weiterlesen

Umweltschutz: Erhabene Naturvölker, sprechende Bäume und der Konflikt mit der Zivilisation

Umweltschutz: Erhabene Naturvölker, sprechende Bäume und der Konflikt mit der Zivilisation

Weiter geht es in unserer Reihe „Phantastische Realität“. Nachdem ihr gestern etwas zum Thema Polyamorie gehört habt, darf ich ein weiteres interessantes Thema aufgreifen: Umweltschutz.

Schon Max Frischs „Homo Faber“ wendet sich im Laufe der Geschichte ab von der Zivilisation und hin zur Natur (zumindest nach einer geläufigen Interpretation). Die Rückbesinnung zur guten Natur oder die Rückeroberung der Welt durch die Natur ist eines der immer wiederkehrenden Themen der Literatur- und auch Filmgeschichte (man denke nur an Avatar). Aber, wie sieht es in der Fantasyliteratur aus?

Am Ende siegt die Natur

Im Gegensatz zur sehr technisch versierten Steampunk-Literatur, schlägt sich die Fantasyliteratur eindeutig auf die Seite der Natur. Das erste Indiz ist dafür die hohe Menge an Naturvölkern wie Elfen, Feen aber auch Menschen, die sich in die Wälder zurückgezogen haben, um im Einklang mit der Natur zu leben. Wer kennt nicht das klassische Bild der Bogen schießenden Elfen aus den Wäldern? Die langlebigen Völker fühlen sich immer ganz besonders der Natur und damit ihrer Welt verbunden. Die fern von der Natur lebenden Menschen hingegen sind kurzlebig, streitsüchtig und in vieler Hinsicht auch kurzsichtig. Auch die Zwerge werden vom Erzähler häufig kritisiert, wenn von ihrer Minentätigkeit die Rede ist. Weiterlesen

Fantasy – aber bitte mich echten Charakteren

Heute darf ich den Startschuss für eine ganz besondere Reihe geben: Phantastische Realität. Die Zusammenfassung findet ihr bei Meara Finnigan unter diesem Link. In dieser Reihe beschäftigen wir uns damit, wie Fantasyromane reale Problematiken aufgreifen. Da ich mehr oder weniger meine Webseite unter genau diese Thematik gesetzt habe, musste ich da natürlich mitmachen. Daher darf ich euch heute erstmal ganz allgemein etwas über die Figuren in Fantasyromanen erzählen.

People in magical worlds still dealt with real-life problems. They usually just had bigger ones on top of that.

(Zitat aus Far beyond Reality – Janna Ruth)

Hinter der Magie

Du schreibst Fantasy? Aber das ist doch alles ausgedacht und nicht echt. Schreib doch mal was Richtiges! So oder so ähnlich sind manchmal die Reaktionen, wenn ich erzähle, dass ich Fantasy schreibe. Natürlich sind die fantastischen Welten ausgedacht und natürlich gibt es in unserer Realität keine Magie und auch keine Elfen, Zwerge oder Dämonen. Aber die Geschichten dahinter, die Figuren da drin, die sind genauso echt, wie du und ich. Weiterlesen